Abendmahl praktisch

Freie evangelische Gemeinden in Deutschland sind entstanden, weil Christen aus der Bibel heraus zu der Überzeugung kamen, dass das Abendmahl eine Feier der Christen mit Jesus, dem auferstandenen Herrn ist. Eine Feier, in der die Gemeinde- oder Kirchenzugehörigkeit ohne Bedeutung ist. Sie sollte offen sein für alle Christen, aber eben auch nur für solche, die an Jesus Christus als ihren Herrn und Retter glauben.
In unserer Chemnitzer FeG haben wir darum über viele Jahre das Abendmahl außerhalb des Gottesdienstes gefeiert. Leider war es dadurch vielen nicht möglich überhaupt teilzunehmen. So entwickelten wir eine Form für Abendmahlsgottesdienste, die zu unseren Glaubensüberzeugungen und zu unseren offenen Gottesdiensten am Sonntagmorgen passte.

Dazu einige praktische Erklärungen:

Alle Teilnehmer/innen stellen sich im Kreis um den Abendmahlstisch. Bevor wir zum Tisch vorgehen, treffen wir jedes Mal neu bewusst die Entscheidung, dass wir die tiefe Gemeinschaft mit Jesus wollen - nicht als solche, die schon fehlerlos sind, sondern als solche, die immer neu die Hilfe und Vergebung Jesu brauchen.
Dabei sind wir aber nicht alleine. Wer zu Jesus gehört, gehört zugleich auch zu seiner großen weltweiten Gemeinschaft der Christusgläubigen. Deshalb stellen wir uns im Kreis auch zueinander.

Jeder ist Empfänger und Geber

Brot und Kelch werden bei uns nicht von einer leitenden Person an jeden einzelnen gegeben. Als Ausdruck, dass wir vor Jesus alle gleich sind, ist jeder zuerst Empfänger dieses Geschenkes von Gott, dann aber auch Geber, in dem er es an den nächsten weiterreicht.

Ein ganzes Brot und Traubensaft

Entsprechend der Bibelworte die zur Deutung des Brotes gesprochen werden "Das Brot, dass wir brechen …" haben wir zum Abendmahl ein Brot, von dem tatsächlich die Stücke abgebrochen werden.

Traubensaft reichen wir, damit auch Menschen mit Alkoholproblemen bedenkenlos teilnehmen können.

Der Zuspruch

Es ist schön, wenn Brot und Kelch nicht nur stumm weitergegeben werden, sondern wenn wir einander ansehen und uns die Bedeutung zusprechen oder eine Ermutigung sagen. Viele gebrauchen die Worte: "Christi Leib für dich gebrochen" und "Christi Blut für dich vergossen". Aber auch andere Worte sind möglich, z.B. "Der Friede Gottes sei mit dir".

Segnung der Kinder

Die Kleinkinder, die mit ihren Eltern nach vorne kommen, nehmen nicht am Abendmahl teil, werden aber besonders vom Leiter der Feier gesegnet.